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Bauwerk des Jahres 2012

Grundschule Barlsheide, Bornheide

 
Projekt:
Grundschule Barlsheide, Bornheide 2, Hamburg
Bauherr:
SBH Schulbau Hamburg
Architekt:
Andreas Heller Architects & Designers, Hamburg
Tragwerksplanung:
WTM Engineers GmbH, Hamburg
 
Bildung ist Bedingung für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. An den Schulen wird ein Spektrum an Werten vermittelt, kulturelle Haltung und Einstellungen werden präsentiert. Die Schule ist als Lernort Teil der Stadtgesellschaft. Wie kann Architektur der erforderlichen Mehrdimensionalität Raum geben?

Es wurde Abschied genommen von der Schule, in der Stillsitzen oberstes Prinzip ist. Bewegungsräume werden zu Lernräumen. Neue pädagogische Ansätze gründen sich auf Offenheit und Flexibilität.

Der spezifische Charakter einer Schule ist wichtig dafür, dass sich die Schüler mit "ihrer" Schule identifizieren können. Anspruch eines Architekten ist, durch besondere bauliche Gestaltung eine freundliche und einladende Atmosphäre zu schaffen. Das ist den Andreas Heller Architects & Designers in der Schule Barlsheide in besonderer Weise gelungen.

Eine bewusste Gestaltung der architektonischen Form, der Einsatz von besonderen Materialien, helle Farben und Verbindung von natürlicher und künstlicher Beleuchtung prägen das Bild einer Schule, die durch ihre Ästhetik den Erwartungen, die durch die besondere Vielfalt und Heterogenität des Stadtteils bedingt sind, gerecht wird.

Die Fassade des eher schlichten Baukörpers ist mit Kohlebrandziegeln verkleidet. Teil der Eingangscharakteristik ist die eigens für diese Schule gestaltete Uhr. In der hellen Pausenhalle fördern Sitzbänke die Kommunikation. Die große Freitreppe zwischen den Geschossen prägt einen Eindruck von Fülle und Licht, unterstützt durch Oberlichter, die sich als Gestaltungselemente auch in den Fluren wiederfinden. Das Licht- und Schattenspiel der großen Eingänge, die florale Elemente in den Fenstern haben, stellt eine Verbindung zur Umgebung her. Der Raum fördert die Sozialisation, bewirkt Dynamik trotz seiner statischen Dimension. Vielfältig gestaltet zeigen sich die Außenanlagen.

In Hamburg läuft seit 2008 der Schulversuch "AllesKönner“- der die Kompetenzen der Schüler in den Vordergrund stellt. Die Schule Barlsheide nimmt daran teil. UmKompetenzen zu entwickeln und den eigenen Kompetenzen zu vertrauen brauchen Kinder ein positives Lernumfeld und attraktive Bildungsangebote. Sie erhalten kompetenzorientierten individualisierten Unterricht. Voraussetzung dafür ist eine Schule, deren räumliche Gestaltung den neuen Anforderungen Rechnung trägt. Projektarbeit und konzentriertes Lernen müssen sich abwechseln können.

In der Ganztagsschule Barlsheide lernen mehr als 420 Kinder verschiedener Nationalitäten.Die Schule entwickelt sich zu einem Ort der Vielfalt. Wo verschiedene Kulturen und Lebensstile aufeinander stoßen eröffnen sich Chancen. Die verschiedenen Sprachen, Vorlieben und Vorkenntnisse der Kinder werden im Schulangebot berücksichtigt. Mit dem Bau der neuen Schule wurden die Voraussetzungen geschaffen, in unterschiedlichenFachräumen Lernangebote vorzuhalten, die den Talenten und Bedürfnissen der Kinder entsprechen und neben Förderangeboten auch umfassenden Förderungsmöglichkeiten Raum geben.

Zu den Klassenräumen gehören Gruppenräume, um Einzel- und Gruppenarbeit zu ermöglichen.Als besondere Details finden sich kleine Sichtfenster zwischen diesen Räumen. Der Unterricht wird klassenbezogen und auch klassenübergreifend in Wahlpflichtkursen durchgeführt.Zu den Fachräumen gehören Computerraum, Werkraum, Bewegungsraum, Sachunterrichtsraum und Musikraum. In den großzügig gestalteten Gemeinschaftsräumen wie Aula mit Bühne, Sporthalle und Mensa haben die Kinder die Möglichkeit, sich auszuprobieren, Freunde zu finden und das soziale Miteinander zu lernen. Entdecken, Suchen und Gestalten finden in offenen Lernräumen statt. Die Integration der Jugendmusikschule und des schulärztlichen Dienstes, die Zugänglichkeit der Sporthalle für Vereine fördern die Verbindung der Schule mit dem gesellschaftlichem Leben im Stadtteil.

"Alleskönner" müssen Architekten, Ingenieure und Planer sein, die die baulichen und funktionalen Voraussetzungen konzipieren und gestalten, welche für eine solche inhaltlich und baulich vielgestaltige Schule notwendig sind. Verwendete architektonische Mittel müssen der Großzügigkeit, Zweckbestimmung und dem vielfältigen sozialen Miteinander Raum geben, ökologische Standards und Regeln der Nachhaltigkeit berücksichtigen. Dies haben die Andreas Heller Architekts & Designers unterstützt von WTM Engineers im Auftrag der SBH Schulbau Hamburg in vorbildlicher Weise getan.

Der Architekten- und Ingenieurverein Hamburg überreicht die Auszeichnung „Bauwerk des Jahres 2012“ für den Neubau der Grundschule Barlsheide an SBH Schulbau, Andreas Heller Architects & Designers und WTM Engineers.

Karl-Heinz Schneider

15.Oktober 2013

Fotos: Dorfmüller/Kröger/Klier

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