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Bauwerk des Jahres 2009

"Wohnen im Brahmsquartier", Kaiser Wilhelm Straße / Caffamacherreihe

 
Projekt:
"Wohnen im Brahmsquartier", Kaiser Wilhelm Straße / Caffamacherreihe
Bauherr:
Aug. Prien Immobilien Gesellschaft für Projektentwicklung mbH
Architekt:
Carsten Roth Architekt, Hamburg
Tragwerksplanung:
Wetzel & von Seth, Hamburg
 
Eine innerstädtische Restfläche, ein spitz zulaufendes Dreieck, eingeklemmt zwischen einem 7-geschossigen Bürokomplex im Süden, einer denkmalgeschützen Fachwerkhauszeile im Westen und der zerklüfteten Rückseite des heiß umkämpften Gängeviertels.

Wo soll hier was und bitte schön wie noch dazugebaut werden? Und dann auch noch Wohnungen!

Die Ausgangssituation kommt der Aufgabe gleich, aus den Resten des Sonntagsessens ein 5-Gänge Menü zu zaubern. Dem „3-Sterne-Chefkoch“ Carsten Roth ist dies auf eindrucksvolle Art gelungen. Wie jedes exzellente Restaurant im Guide Michelin, so verdient diese Adresse in allen zukünftigen Hamburg-Architekturführern fortdauernde Erwähnung.

Bestechend vor allem die Auflösung dieser scheinbar unlösbaren stadträumlichen Denksportaufgabe: Zwei baugleiche Rechtecke mit parallelogrammartig abgeschrägten Kanten werden als Solitäre, rechtwinklig über Eck so geschickt platziert, daß vollkommen neue, kleinräumlich in lockerer Abfolge zusammenhängende Freiflächen entstehen. So werden notwendige Abstandsflächen mit einem Höchstmaß möglicher Belichtung und Ausblicksqualität für die Wohnungen erzielt. Gleichzeitig gliedert sich der Straßenraum, dem Maßstab und der Nutzung von bestehender und neu hinzugefügter Bebauung entsprechend, in eine Mischung öffentlicher und halböffentlicher Teilflächen. Anordnung, Höhenentwicklung und Kubatur vermitteln zwischen den Nachbarn der so ausgesprochen heterogenen Umgebung.

Stadtergänzung und gleichzeitig sozialräumlicher Ausgleich auf höchstem gestalterischen Niveau.

Womit der architektonische Ausdruck angesprochen ist: Die Fassaden werden geschossweise horizontal gegliedert. Die Bekleidung der dadurch entstehenden Schichtung wechselt im schachbrettartigen Versatz zwischen Holzoberflächen, Verglasungen und hellem Naturstein. Die eingeschobenen Loggien erzeugen ein spannungsvolles Oberflächenrelief mit scharf geschnittenen Schattenkanten.

Verblüffend einfach und logisch die Grundrisslösung: Die in den Drittelspunkten angeordneten Erschließungskerne teilen die Geschosse wahlweise in jeweils eine kleine und eine größere Wohneinheit, welche bei Bedarf wiederum in zwei kleinere Einheiten geteilt werden kann. Maximale Flexibilität und marktgerechte Ausgewogenheit des Wohnungsangebotes für unterschiedliche, in jedem Falle jedoch ausreichend betuchte, Zielgruppen.

Das Brahmsquartier stellt den Prototyp einer städtischen Nachverdichtung dar und setzt als BAUWERK DES JAHRES einen für diese Bauaufgabe außerordentlich hohen Maßstab.

Mathias Hein

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