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Bauwerk des Jahres 2009

Wohn- und Geschäftshaus Eimsbütteler Chaussee 42

 
Projekt:
Wohn- und Geschäftshaus Eimsbütteler Chaussee 42
Bauherr:
Bauwerk Hamburg Immobilien- und Beteiligungs GmbH & Co KG
Architekt:
Kleffel Papay Warnicke Architekten Partnerschaft
 
Eimsbüttel ist ein Stadtteil mit vielen beliebten Wohnquartieren, trotz der Kriegsschäden.
Doch chic ist es hier bislang nicht geworden; dafür fehlte es beim Wiederaufbau am durchgängigen Leitbild. Bis heute reißen Raumkonturen unvermittelt ab, bleibt das Stadtbild verschwommen bis chaotisch, durchschneiden Ausfallstraßen das räumliche Gefüge.

Doch es gibt natürlich auch Ausnahmen, die genau das Gegenteil behaupten.
Eine davon liegt seit vergangenem Jahr an der Eimsbütteler Chaussee 42, in Rufweite zum Schanzenviertel. Dieser neue Glanzpunkt stammt von der Hamburger Architektenpartnerschaft Kleffel Papay Warncke, und wurde als 5-geschossiges Wohngebäude von der Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft „Bauwerk Hamburg“ errichtet.

Eigentlich kann man sagen: Dieses Gebäude hat der Eimsbütteler Chaussee eine neue Mitte gegeben. Denn was bislang an dieser Stelle der Vorgarten einer etwa 20 Meter zurückgesetzten, 7-geschossigen Nachbarbebauung war, erscheint nun dank des prächtigen Baumbestandes und dank des neuen Nachbarn, als die Parkanlage eines kleinen Platzes. Der neue, selbstbewusste Kopfbau auf der nördlichen Seite hat diesen Vorgarten ohne großes Getöse spürbar gefasst. Nur die öffentliche Ausweisung fehlt.

Der Adresse nach ist dieses neue Wohnhaus jedoch ein Eckgebäude. Durch die spannende Verschachtelung mit einem zusätzlichen Staffelgeschoss schwingt es sich bis zu einer 6-geschossigen Anmutung empor und akzentuiert die Einmündung der Bellealliancestraße mit geradezu lässiger Geste. Dabei wird zwischen den unterschiedlichen Raumkanten der Nachbarn auf der einen, und der versetzten Baulinie auf der anderen Seite geschickt vermittelt.

Die räumlichen Konflikte scheint das vielfältige Raumprogramm dieses Hauses lieber selbst herausfordern zu wollen. In diesem Gebäude gibt es (neben einer Ladenfläche im Erdgeschoss): Das Reihenhaus, die Maisonettewohnung, die Geschosswohnung und das Penthouse; verteilt über insgesamt 14 Wohneinheiten.

Doch die Architekten zeigen, dass Sie mit dem erprobten Vokabular der Moderne bis ins Detail umgehen und diese Vielfältigkeit souverän abbilden können, ohne die Gesamtschau zu verlieren oder sich in dogmatischen Anwendungen zu verbeißen; weder bei klassischen Raumabfolgen noch beim Einsatz von Materialien und Oberflächen.

Es bieten sich uns Eingänge, Erker, Loggien, Terrassen, Treppen, Raumöffnungen, Balustraden, Geländer, Austritte und Reinigungsbalkone. Sie setzen sich zu einem austarierten Gefüge zweier Rahmenelemente zusammen, in dem es für Bewohner wie Betrachter an Abwechslung und zugleich optischer Führung nicht mangelt.

Die Lagegunst der grünen Freifläche im Süden bestimmt dabei die Ausrichtung der Räume, die trotz der differenzierten Nutzungen permanent ein- und dasselbe Thema variieren. Es ist das Thema eines Hauses, das sich für unterschiedliche Wohnbedürfnisse bereit hält und zugleich mit seinen großzügig verglasten Fronten weder Scheu vor Luft und Licht noch vor Nachbarn und Fremden zeigt; ein Haus, das sich nach Innen und Außen durch und durch als ein offenes und urbanes Wohnhaus versteht.

Die Hamburger sorgen sich seit jeher um Tradition und Kontinuität. Schnell wird in unserer Stadt gefragt: Wie viele Hochhäuser verträgt Hamburg, wie viele Flugdächer oder wie viele Glaspaläste?
Unstrittig aber darf man sagen: Jeder Straße dieser Stadt wünschen wir ein Wohnhaus wie dieses.

Peter Olbert

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