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Bauwerk des Jahres 2006

Leichtathletiktrainingshalle Hamburg

 
Projekt:
Leichtathletiktrainingshalle Hamburg
Bauherr:
Freie und Hansestadt Hamburg
BBS Behörde für Bildung und Sport Herr Hansen
BSU Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt ABH 33, Herr Bruns
Architekt:
MRLV Markovic, Ronai, Lütjen, Voss Hamburg, Herr Ronai
 
Leichtathletik-Trainingshalle  Krochmannstraße

Eine Trainingshalle hat in erster Linie zu funktionieren:
Eine Sprintbahn für den 100 m-Lauf und die für den 110 m-Hürdenlauf bestimmen die Länge, die zweite Dimension ergibt sich durch die international standardisierten Abmessungen der 200
m-Rundlaufbahn.

Auch die dritte Dimension, ist durch die Festlegung der erforderlichen Höhe für den Stabhochsprung und die Grenzen einer vernünftigen Beheizung und Klimatisierung der gestalterischen Willkür entzogen. Lüftungsklappen in der Fassade und im Dach sollen für eine natürliche Luftversorgung ohne maschinelle Lüftungstechnik sorgen.

Gemeinsam mit den Ingenieuren haben die Architekten aus diesen Grundbedingungen ein Bauwerk geschaffen, dessen Erscheinung durch eine weitere Grundvoraussetzung geprägt wird: Die Stützenfreiheit.

VergrößernDas Dach über den 6500 m² großen Sportflächen ruht auf 11 Tragsystemen, deren Stützen in einem Abstand von 12,6 Metern angeordnet sind. Ein knapp gebogener Stahlträger von erstaunlich geringen Abmessungen schiebt sich durch jeweils zwei leicht schräg gestellte Pylone. Die sparsame Dimensionierung konnte durch Zugstababspannungen erreicht werden, die über den Stützenkopf durch die Trägerenden bis in die sichtbaren Stützenfundamente geführt ist.

Durch die Reihung der fast unterdimensioniert wirkenden und Schiffsmasten ähnelnden Stützelemente entsteht der Eindruck einer vom Lande gelösten Hafenszenerie, der in den Außenanlagen durch die mit Basaltbrocken gefüllten Randstreifen und nach außen verlegte Fallreep-ähnliche Nottreppen gesteigert wird. Die unter der gesamten Fläche ausgedehnte offene Garage lässt den rundum verglasten, leicht wirkenden Baukörper gleichsam schweben. Vergrößern

So ist aus dem simplen Rechteckbau einer Trainingshalle ein kleines Kunstwerk entstanden, dessen Baumasse von Abspannseilen eingesponnen wird, was dem doch recht voluminösen Bauwerk die Schwere nimmt und so dem alltäglichen harten Training im Leistungssport eine Hülle gibt, die Freude und Lebenslust vermittelt.

Da beide Fachsparten, Architekten und Ingenieure, hier sichtbar schöpferisch wirkten, ist es ein hervorragendes Beispiel dieser Zusammenarbeit, das zu einem anspruchsvollen „Bauwerk des Jahres“ führte.

Gerhard Hirschfeld

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