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Bauwerk des Jahres 2005

Büro- und Geschäftshaus Neuer Wall

 
Projekt:
Büro- und Geschäftshaus Neuer Wall
Bauherr:
RIPA Grundstücksgesellschaft mbH, Hamburg
Architekt:
Kleffel Papay Warncke Architekten, Hamburg
Tragwerksplanung:
WTM Engineers GmbH, Hamburg
 
Ein Objekt an einem hervorragenden Standort ist heute nur in Verbindung mit erstklassiger Architektur ein marktgerechtes Produkt. Bauherren und Planer des Büro- und Geschäftshauses Neuer Wall 52 liefern ein glanzvolles Beispiel dafür, wie am Neuen Wall ein elegantes, modernes und gleichzeitig von zeitloser Qualität geprägtes Haus entstehen kann.

Von Norderstedt bis zur HafenCity werden derzeit über eine Million Quadratmeter Büroflächen in Hamburg angeboten. Der Büromieter hat eine scheinbar unbegrenzte Auswahl. Bei genauerem Hinsehen stellt man allerdings fest, daß es nur wenige neue Geschäftshäuser gibt, die den Standort nachhaltig prägen und dem Nutzer neben den erforderlichen Flächen einen baulichen Identifikationspunkt bieten, dessen überdurchschnittliche Qualität nicht mit marktschreierischen Getöse daherkommt. Der AIV hat den Neubau Neuer Wall 52 als ein solches Gebäude identifiziert.

Anstelle des Umbaus dreier älterer Häuser, über deren Erhaltung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten zunächst Unklarheit bestand, hat man sich für die Einfügung eines Neubaus in den städtebaulichen Kontext am Neuen Wall entschieden.
Wenige, jedoch anspruchsvolle Vorgaben verlangen bekanntlich nach einer besondere Disziplin bei den Entscheidungen zur Festlegung der Einzelheiten im Bezug auf Materialwahl, Proportionen und Details. Die Stimmigkeit der genannten Komponenten und die Eleganz der Maßanfertigung erschließt sich dem weniger geübten  Betrachter Vergrößernvielleicht erst auf den zweiten Blick.

Herauszuheben ist die gelungene Staffelung der Dachaufbauten, der Arkadenansatz des Eckbereiches oder die Verlängerung des Hauses an der Fleetseite durch den Basementstore. Die Proportion der Fenster und deren Einfassungen aus Bronze im Zusammenspiel mit der schuppenartigen Struktur der Weißglasfassaden, die wiederum im Kontrast zum dunklen Naturstein der Basisgeschosse steht, zeugen von Sensibilität und Sicherheit der Architekten bei der Fassadengestaltung.

Auch im Inneren des Hauses wird der hohe Qualitätsanspruch bei der Detaillierung, der Materialwahl und der Integration der Haustechnik durchgehalten. Die tragwerksplanerischen Herausforderungen für die Ingenieure lagen vor allem in der Nachbarschaft zur vorhandenen, während der Bauzeit abzustützenden Bebauung und der Bauwerksgründung am Alsterfleet.

Derart herausragende Architektur- und Ingenieurleistungen werden nur durch engagierte und intelligente Bauherren ermöglicht, die bei Abwägung kaufmännischer Kriterien auch die nachhaltige Gültigkeit eines Bauwerks im Auge behalten, das im Einklang mit seiner Nachbarschaft einen wichtigen Beitrag zur dauerhaften Verbesserung und Aufrechterhaltung der Standortqualität leistet.

Alexandar Ronai

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