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Bauwerk des Jahres 2004

Orang Utan Haus im Tierpark Hagenbeck

 
Projekt:
Orang Utan Haus im Tierpark Hagenbeck
Bauherr:
Tierpark Hagenbeck Gemeinnützige Gesellschaft mbH Dr.Claus
Hagenbeck, Dr.Stephan Hering-Hagenbeck
Architekt:
PSP Architekten Ingenieure, Hamburg
Tragwerksplanung:
Wetzel & von Seht, Hamburg
Landschaftsarchitekten:
Peter Plomin, Ahrensburg
 
Können Orang-Utans, diese ausgesprochen schönen Tiere, Raumästhetik als Wohltat empfinden? Wenn bisher nicht, dann möglicherweise durch das Wohnen in ihrem neuen Haus im Tierpark Hagenbeck.

Bei diesem Neubau spürt man die selten erreichte Harmonie zwischen Natur, zeitgemäßer Architektur und Ingenieurtechnik. Beleg dafür, daß scheinbar Widersprüchliches Überwunden werden kann.

Solch komplexe Bauwerke entstehen, wenn zwischen den beteiligten Bauherren und Planungsteams zielorientierte Übereinstimmung besteht und die Aufgabenstellung bereits den kreativen Keim in sich trägt.

Es ist keine leichte Aufgabe, einen unter allen Wetterbedingungen artgerechten und erlebbaren Lebensraum für Tiere und die sie bewundernden Menschen zu schaffen, in dem es Spaß macht dauerhaft oder besuchsweise zu verweilen.

Die Lösung dieser schwierigen Aufgabe ist in mehrfacher Hinsicht als richtungweisend zu bezeichnen. Den Architekten ist es in Zusammenarbeit mit den Freiraum- und Tragwerksplanern gelungen ein stimmiges, archaische und moderne Inhalte kontrastierendes Objekt zu entwickeln. In den Besucherbereich sind Stilelemente und Zitate aus der Heimat der Orang-Utans eingeflochten. Es ist gelungen, die Phantasie der Besucher anzuregen, ohne das die Fragmente des Urwaldes folkloristisch oder kitschig wirken.

Eine herausragende und innovative Leistung ist der transparente Kuppelbau der Ingenieure Wetzel und von Seht. Die durch Rotation weit zu öffnende 32 m hohe Kuppel ist eine hervorragende Lösung, um ein geschlossenes Haus bei schönem Wetter in ein Freigehege zu verwandeln. Die filigrane, verfahrbare Konstruktion ist hoch Ästhetisch, technisch ausgereift und wirtschaftlich zugleich.

Die Ausfachung mit Luftkissen aus PTFE-beschichteten Folien ist einer Verglasung wegen des weit geringeren Gewichts überlegen und somit nicht nur aus optischen Gründen als futuristisch anzusehen.

In die Realisierung des Projektes ist viel Phantasie und viel Arbeit geflossen, weit mehr als in die Projektierung eines Hauses in konventioneller Bauweise. Für die Entwicklung des räumlichen Tragwerkes der Kuppel waren u.A. folgende Untersuchungen erforderlich:

  • Bestimmung des Statischen Systems
  • Lastannahmen bei geschlossener und geöffneter Kuppel, auch mit Hilfe von Versuchen im Windkanal
  • Lasteinflüsse durch die Folienkisseneinsätze
  • Abstimmung der Stahlkonstruktion auf die Mechanik der Fahranlage

Das Ergebnis ist als zeitlos gültiges, erstrangiges Bauwerk der Ingenieurbaukunst zu bezeichnen. Das Ambiente ist verbal schwer zu beschreiben. Fahren Sie doch einfach bei nächster Gelegenheit selbst zum Tierpark Hagenbeck!

Aleksandar Ronai

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