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Bauwerk des Jahres 2004

Erweiterung Davidwache

 
Projekt:
Erweiterung Davidwache
Bauherr:
HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsverwaltung mbH vertreten durch die IMPF Hamburgische Immobilien Management gmbH, Feuerwehr, Museen, Polizei
Architekt:
Prof. Bernhard Winking mit Martin Froh, Hamburg/Berlin
Tragwerksplanung:
hm Ingenieure, Hamburg
 
Eine Polizeiwache ist kein normales Verwaltungs- oder Bürogebäude. Die Erweiterung der von Fritz Schumacher geplanten und als Hamburgensie zu Berühmtheit gelangten Davidwache auf der Reeperbahn schon gar nicht. So schaut der Betrachter besonders kritisch auf das nun vollendete Werk des Erweiterungsbaus.

Zunächst füllt der wohltuend respektvolle Abstand des neuen Gebäudeteiles zum Bau von Schumacher auf. Ermöglicht wird diese Lücke durch die Konzentration des Bauvolumens an der Ecke Davidstraße/Kastanienallee. Die Bauflucht wird hier so weit als möglich in den Straßenraum gelegt, was an der Ecke im Erdgeschoss eine Abschrägung, das sogenannte Sichtdreieck, erforderlich macht. Diese aus der kubischen Formensprache des Neubaus ausbrechende stumpfe Ecke wirkt auf den ersten Blick etwas störend, stellt aber in der Fortführung an der Davidstraße als geschosshoch gemauerte und bis an den Altbau herangeführte Ziegelwand die Verbindung zwischen Alt und neu her.

VergrößernÜber dieser Sockelzone ragt der selbstbewußte Kubus des Erweiterungsbaus auf. Hier wechseln großflächig und spannungsvoll versetzt eingeschnittene Metall-Glaskonstruktionen mit Lochfassaden in strenger Reihung. Das Verblendmauerwerk aus dunklem Torfbrandklinker taucht in einem speziellen Mauerwerksverband auf. In feinsinniger Anspielung auf Schumachers Altonaer Pendant Gustav Oelsner wurden die Steine in jeder zweiten Lage als Flachschicht mit der Breitseite nach außen hochkant vermauert.

Insgesamt spürt man deutlich: Es wird ein anderer Ton angeschlagen. Dem gefälligen, ornamentreichen Gestus Schumachers wurde ein scharfkantig geschnittener Solitär in spannungsvollem Kontrast zur Seite gestellt. Verbindendes Element bleibt trotz verschiedenartiger Ausführung das Verblendmauerwerk.

Hier kommunizieren zwei Bauten gleichen Ranges, sodaß die Auseinandersetzung auf Augenhöhe stattfindet. Der Neubau meistert die Balance auf dem schmalen Grat zwischen Anspruch auf Eigenständigkeit und Respekt vor dem Baudenkmal mit Bravour.

Gerhard Hirschfeld

Fotos: Christoph Gebler

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