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Bauwerk des Jahres 2003

ZOB, Bus-Port Hamburg

 
Projekt:
ZOB, Bus-Port Hamburg
Bauherr:
F Sprinkenhof AG, Hamburg
Nutzer:
ZOB Hamburg GmbH
Architekt:
ASW Architekten, Hamburg Silcher, Werner, Redante
Tragwerksplanung:
Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart
 
Ansehnlich war er nicht - der alte ZOB in Hamburg. Mit dem Bus reisen bedeutete: spät erscheinen und nichts wie weg!

Das hat sich nun geändert. Im Jahr 2003 wurde der neue ZOB eingeweiht und er kann sich wirklich sehen lassen. Die Silhouette des sichelförmigen Daches prägt mit großer Geste den Ort. Selbst der in Statischen Fragen geschulte Betrachter fragt sich: Wieso hält das eigentlich?

Zu den Fakten:

Bei

  • einer Dachfläche von 3.400,00 m2
  • einer Länge von 140,00 m
  • einer Höhe von 11,00 m
  • und Auskragungen von sage und schreibe bis zu 29,00 m

balanciert das Dach auf 21 schlanken Stahlstützen - man könnte auch sagen 21 dünnen Pins .

Das Gesamtgewicht der Stahlkonstruktion beläuft sich auf ca. 1.100 t. Die aus Stahlblechen mit großen Aussparungen zusammengesetzten und somit gewichtsoptimierten Kragträger folgen spielerisch der Symbiose aus Schnittgrößenverlauf und Gestaltung.

Das Rückgrat der Konstruktion bildet der Sichelträger, eine räumlich gekrümmte längs-/querversteifte Rippenschale, die auf Kragstützen aufgelagert ist. Diese wiederum mussten bei der Dimensionierung statisch mehrfach "bespielt" werden, bevor ihr Querschnitt feststand, frei nach dem Motto: "zu viel Steifigkeit zieht zuviel Last". Die Schlankheit der Stützen wurde so eingestellt, daß die Zwangsbeanspruchung aus Längenänderungen infolge Temperaturdifferenzen beherrschbar bleiben.

Die Leichtigkeit im Auftritt lässt erahnen, daß Auftraggeber, Architekt und Tragwerksplaner zu einem sehr frühen Zeitpunkt intensiv zusammengearbeitet haben müssen. In den Diskussionen der ersten Entwurfsphase wurde fachübergreifend entwickelt, entworfen, verworfen und wieder neu entwickelt. An dieser Stelle des Planungsprozesses wird die Qualität eines Gebäudes eingestellt.

Die Auszeichnung "Bauwerk des Jahres" will genau diese Kooperation würdigen. An diesem Beispiel ist abzulesen wie Statik und Architektur in außergewöhnlicher Form vereint werden können.

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