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Bauwerk des Jahres 2003

Zentrum für marine- und atmosphärische Wissenschaften

 
Projekt:
Zentrum für marine- und atmosphärische Wissenschaften
Bauherr:
Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Wissenschaft und Gesundheit / Hochschulamt
Architekt:
MRLV Architekten, Hamburg Projektpartner Alexander Ronai
Tragwerksplanung:
Weber & Poll, Hamburg
 
Das Zentrum für marine- und atmosphärische Wissenschaften - kurz ZMAW -, eingefügt in den Bestand der umgebenden Universitätsbauten an der Bundesstraße, veranschaulicht die Entwicklung eines Gebäudes aus seiner Zweckbestimmung im Zusammenspiel mit dem städtebaulichen Umfeld.

Die Kanten des z-förmigen Baukörpers nehmen zwei Richtungen auf: die diagonale Ausrichtung der benachbarten Universitätsgebäude zur Bundesstraße und die rechtwinklige Anordnung der Bauten auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die zwei sich daraus ergebenden dreieckförmigen Büroblöcke werden durch den zentralen Erschließungsbereich mit Zugang von der Bundesstraße und von der Nebenstraße Laufgraben verknüpft. Die einheitliche Gebäudehöhe orientiert sich an der gründerzeitlichen Blockrandbebauung der Nebenstraße.

In den Zwischenräumen zu den bestehenden Nachbarn bilden sich drei zusammenhängende Vorplätze, die dem "Nirgendwo" der bisher hier vorhandenen Freifläche Maßstab, Orientierung und gestalterische Qualität zurückgeben. Die Konzeption ist ein Paradebeispiel für die Lösung einer komplexen Aufgabenstellung durch intelligente Verknüpfung der funktionalen Logik des Gebäudes mit dem umgebenden städtebaulichen Kontext.

Dieses Prinzip setzt die architektonische Gestaltung fort. Die Fassadenverkleidung ist der Farbe des Meeres nachempfunden und im Wechsel zwischen türkisfarbenem Betonwerkstein und bedruckten Glaspaneelen ausgeführt. Das Eingangsgelenk ist über die volle Höhe transparent verglast. Fensterbänder, geschossweise z.T. um eine Fensterachse untereinander versetzt und über Eck geführt unterstreichen die disziplinierte und dennoch keineswegs monotone Gesamterscheinung.

Umlaufend erhebt sich der Bau aus einem Lichtgraben, der die natürliche Belichtung und Belüftung der Räume im Untergeschoss ermöglicht und gleichzeitig eine Schattenfuge zwischen Fassaden und angrenzenden Platzflächen bildet.

Durch den dreieckförmigen Grundriss mit außenliegenden Büros bilden sich in den Kernen der Büroblöcke offene Atrien, die durch große Glasdächer und lichtleitende Glaspaneele mit Tageslicht versorgt werden.

Gleichzeitig stellen diese Atrien mit der laubengangartigen Erschließung der Büros eine vertikale Verknüpfung der Geschossebenen her. Dies ermöglicht auch eine natürliche Durchlüftung des Gebäudes. Die Zuluft gelangt durch kontrollierte Belüftung der Büroräume über Durchströmöffnungen in den Türelementen in die Atrien, erwärmt sich dort und entweicht über Lüftungsklappen in den Glasdächern.

Die transparente Wirkung im Inneren wird durch die verglaste Decke mit Durchblick zur Bibliothek im Untergeschoss, durch verglaste Treppenstufen und Glasgeländer mit elegant gerundeten Ecken zusätzlich verstärkt.

Der sonst gewohnten standartisierten Nüchternheit der Innenräume von Verwaltungsgebäuden setzt das Farb- und Materialkonzept mit dem Wechselspiel zwischen metallischen Grautönen, hellen Wandoberflächen, naturholzbelassenen Türelementen und roten Fußbodenflächen eine wohltuende Noblesse entgegen.

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