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Bauwerk des Jahres 2019

Hochbunker Frieda Ottensen

 
Projekt:
Hochbunker Frieda Ottensen
Bauherr:
Frieda Ottensen GmbH & Co. KG, Hamburg vertreten durch Sebastian Schröder und Nicole Alpers
Architekt:
Björn Liese Architektur, Hamburg
Tragwerksplanung:
WTM Engineers GmbH Hamburg
 
LAUDATIO

An der Friedensallee in Ottensen gelegen ragte der im Inneren einer Blockrandbebauung liegende und zu Kriegszeiten errichtete Hochbunker auch vor der Umnutzung schon deutlich über die straßenseitige Bebauung hinaus. Typisch für den Stadtteil ist das Blockinnere auch gegenwärtig noch von einer dichten Struktur aus Gewerbe- und Werkhöfen durchzogen. Wohnraum ist wie in vielen anderen Bereichen von Hamburg schon seit längerem knapp, sodass zunehmend Konzepte gefunden werden müssen, die vorhandenen Strukturen als Chance wahrzunehmen, neuen Wohnraum zu schaffen. So war es auch bei dem Projekt 'Frieda' das Bestreben, nicht mit radikalem Abriss und Neubau, sondern vielmehr mit Erhaltung, Anpassung und Ergänzung des Bestandes zu argumentieren.
Um den Bestand an die neuen Anforderungen einer Wohnnutzung anzupassen, sah der Entwurf zunächst eine völlige Entkernung vor. Bis auf die Außenwände wurde dabei die gesamte innere Bestandsstruktur entfernt und im nächsten Schritt eine gänzlich neue Gebäudestruktur in die vorhandene Kubatur implementiert. Um eine ausreichende Belichtung der insgesamt 15 Eigentums-wohnungen zu gewährleisten, wurden vertikale Fensterbänder in die massiven Außenwände eingeschnitten. Dieser rohe Eingriff in die Bestandsstruktur ist jetzt unter anderem noch an den Fensterlaibungen ablesbar.
Die neue Gebäudestruktur beinhaltet insgesamt fünf Wohnebenen, über die sich insgesamt 15 Eigentumswohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 44m² und 127m² verteilen. Ziel war es, funktionale und flexible Grundrisse zu realisieren, die unterschiedliche Raumkonfigurationen zulassen und sich jeweils um innenliegende Kernzonen organisieren. Um den in der heutigen Zeit und auch langfristig zum Teil wechselnden Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden, lassen sich einzelne Wohneinheiten außerdem zusammenschalten. Ein gemeinschaftlich genutzter Dachgarten bietet durch den hohen Substrataufbau sogar die Möglichkeit des Gemüseanbaus und eröffnet einen weiten Blick über Ottensen und darüber hinaus. Neben der großen räumlichen Qualität erfüllt das Projekt auch energetisch höchste Standards.
Insgesamt ist es dem Architekten Björn Liese bei diesem Projekt gelungen, dem einstigen Schutzraum auch im wörtlichen Sinne eine völlig neue Bedeutung zu geben.

Maximilian Wombacher
Hamburg, im Oktober 2020


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