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Bauwerk des Jahres 2004

Umbau Bogenallee 10-12

 
Projekt:
Umbau Bogenallee 10-12
Bauherr:
COGITON Projekt harvestehude GmbH Kleine Reichenstraße 5, 20144 Hamburg
Architekt:
blauraum architekten, Hamburg
Tragwerksplanung:
WTM, Windels-Timm-Morgen Partnerschaft, Hamburg
Landschaftsarchitekten:
Breimann & Bruun, Hamburg
 
Wohnen in der Kiste - aber in was für einer!
Die Bogenallee gehört nicht zu den besten Adressen der Stadt. Der enge Querschnitt ohne Begleitgrün, gesäumt von 3 - 4 geschossigen Gewerbeschichttorten und banalem Klinker in gelb oder rot prägt das Straßenbild.

Zwanglos fügte sich auch das Park- und Bürohaus Nr. 10-12 in diesen suburbanen Unort ein, ehe eine wundersame Transformation mit ihm vorging.

Verantwortlich dafür sind "Hamburgs junge wilde Gestalter", wie sie kürzlich in der Welt am Sonntag genannt wurden, vom Team "blauraum architekten".

Die machten aus dem dösigen Kellerregal eine edle Designerkommode. Ein paar Schubladenkästen (die Kollegen von MVRDV in Amsterdam lassen grüßen) haben sie auf der Straßenseite scheinbar zufällig aufgezogen. Aus deren seitlicher Befensterung können die Bewohner in Laufrichtung der Straße blicken, statt nur auf den öden Kasten gegenüber.

VergrößernRaumhohe Fenster mit einheitlichen Proportionen, ein-, zwei- oder dreiachsig, dunkel gerahmt sind in lockerer Verteilung in die Vertäfelung gestanzt. Die Spannung wird durch die einheitliche Holzverpackung und die disziplinierte Formensprache gebändigt.

Ist das nun "jung und wild"? Auf jeden Fall ist es belebend, keinesfalls beliebig. Ein Eindruck, der sich beim Betrachten der schlichten Gartenseite mit vorgestelltem Loggiengerüst und durchgängiger Verglasung und auch beim Studium der einfachen und dennoch sehr variablen Grundrisse verstärkt.

Das Haus Bogenalle 10-12 dokumentiert den intelligenten Umgang mit vorhandener Bausubstanz. Durch die einzigartige Verwandlungsgeschichte und den Kontrast zu seiner in Banalität verharrenden Nachbarschaft veranschaulicht es die Wechselwirkung zwischen gestalterischer Qualität und städtebaulicher Umgebung.

Ein richtungweisender Beitrag zum immer wichtiger werdenden Bauen im Bestand und ein Bauwerk des Jahres mit großer Strahlkraft.

11.10.2005 Mathias Hein-Auty

Fotos: Giovanni Castell

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