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Bauwerk des Jahres 2007

Internationales Maritimes Museum im Kaispeicher B

 
Projekt:
Internationales Maritimes Museum im Kaispeicher B
Bauherr:
Peter Tamm sen.Stiftung
Architekt:
MRLV Architekten, Mirjana Markovic
Tragwerksplanung:
Körting Ingenieure GmbH
 
Ein Schiffahrtsmuseum gehört eigentlich so selbstverständlich zu Hamburg wie Labskaus und Aalsuppe.
Erstaunlich ist, dass es dazu einer Persönlichkeit vom Kaliber eines Peter Tamm bedurfte, dessen Leidenschaft für das Menschheitsthema Seefahrt eine Sammlung hat entstehen lassen, die weltweit ihres gleichen sucht.
Er selbst sagt dazu: „Das Schiff ist Mittelpunkt der Weltgeschichte. Ohne das Schiff wären die Kontinente und die Völker nicht zueinander gekommen. Damit ist das Schiff das erste Kommunikationsmittel, dem wir unsere Geschichte, unsere Gegenwart und unsere Zukunft verdanken."

Peter Tamm und seine Sammlung sind ein Glücksfall für die Stadt.
Man muss ihren gewählten Vertretern zu Gute halten, dieses Glück erkannt und bei der Realisierung des Internationalen Maritimen Museums kräftig mitgeholfen zu haben. Was lange währt wird endlich gut..

Es gab auch einen guten Grund dafür so lange zu warten: Den Kaispeicher B. Und der liegt heute nicht mehr im Freihafen, sondern mitten in der HafenCity. Besser geht’s nicht.

VergrößernDas Warten hat sich also gelohnt. Mir ist kaum eine museale Stätte dieser Dimension bekannt, deren Hülle und Inhalt so selbstverständlich zusammen gehören.

Erkannt hat dies von Anfang an auch die für den Umbau des Speichers verantwortliche Architektin Mirjana Markovic. Die Aufgabe war von vornherein klar definiert: Herausarbeiten substantieller Merkmale der historischen Substanz in Verbindung mit der Umsetzung funktionsbedingt notwendiger Eingriffe im Inneren des Gebäudes ohne überflüssige Designmätzchen.
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Seriöse Denkmalpflege also und die ist keine Zuckerschlecke, sondern erst einmal Schwarzbrot. Von außen scheint der Kaispeicher B ja kaum verändert. Frisch renoviert halt. Das sagt sich so leicht dahin.

Wer das schon mal gemacht hat, weiß um den immensen Aufwand, der in solchen Fällen notwendig ist. Jeder alte Stein, jedes verrostete Fenster muss beurteilt und wenn irgend möglich erhalten und repariert werden. Dächer wurden gedämmt und mit mit neuem Kupfer eingedeckt, 25% der Klinker mussten einzelnd ausgebaut und originalgetreu ersetzt werden, der Keller lief bei Hochwasser täglich zwei mal voll und wurde durch eine implantierte weiße Wanne trockengelegt, im Inneren waren alle Farbschichten von Wänden, Decken, Fenstern und Stützen abzuwaschen, die Original-Dielenböden wurden aufgenommen, umgedreht und neu abgezogen und, und, und...

VergrößernAllen Beteiligten verlangt eine solche Aufgabe ungeheuer viel Geduld und Disziplin ab. Erst ganz am Ende wird man belohnt. Man entwickelt ein besonderes Verhältnis zu jedem Stein, jedem Fenster, jeder Stütze. Lauter gute alte Bekannte, auf die man hier und da gern mal die Hand legt...

Große Anerkennung verdient auch das Team der Ingenieure, deren unverzichtbarer Beitrag sich gerade dadurch auszeichnet, daß die unter hohen technischen Anforderungen erarbeiteten Lösungen  jedes Einzelproblems nach Fertigstellung vollkommen unauffällig sind.
Ergebnis des Zusammenwirkens aller Beteiligten ist inhaltliche Sinnstiftung und Pflege eines Baudenkmals. Sollte es eines Tages noch gelingen den geplanten, jedoch zunächst aufgeschobenen Glaskubus im Zwischenraum zum Nachbargebäude zu realisieren, würde sich die Synthese aus alter Substanz und neuer Nutzung auch nach Außen wirkungsvoll darstellen und ein weiteres kraftvolles Zeichen setzen.

In jedem Falle jedoch handelt es sich beim Internationalen Maritimen Museum um ein Bauwerk des Jahres, dessen Wert für Hamburg und die HafenCity gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann

Mathias Hein

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