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Bauwerk des Jahres 2020

Physik-Schullabor, Light & Schools* der Universität Hamburg

 
Projekt:
Physik-Schullabor, Light & Schools* der Universität Hamburg
Bauherr:
FHH - Universität Hamburg
Architekt:
hammeskrause architekten, Stuttgart
Tragwerksplanung:
ISP Ingenieure, Hamburg
 
LAUDATIO

Und Gott sprach: „Es werde Licht!" und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Licht hat uns Menschen schon immer fasziniert, ist für uns Lebenselixier und war doch lange für uns nicht zu fassen oder nur durch Göttersagen zu erklären. Heute wissen wir, dass die Licht-strahlen unserer Nachbargalaxie des Andromedanebels schon 2.500.000 Jahre alt sind, wenn wir sie hier auf der Erde erblicken, das können wir sogar mit bloßem Auge! Diese
Erkenntnis wurde für die Menschheit erfahrbar, weil es die Experimentierfreude als
grundsätzlich Menschliches gibt, die in diesem Haus, über das ich hier sprechen darf, eine
Heimat gefunden hat. Eine licht-, und laserdurchflutete Heimat.

Das Schullabor Light & Schools begeistert junge Leute durch spannende Experimente für die Physik und ermöglicht ihnen Einblicke in wissenschaftliche Denkweisen und experimentelles Arbeiten. Die Angebote richten sich dabei an Mittel- und Oberstufenschüler und -schülerinnen sowie an Studierende der Experimentalphysik. Am Standort Campus Bahrenfeld hat diese klei-ne städtebauliche Intervention eine große Wirkung. Direkt am Eingang Luruper Chaussee 149 des Campus, der in naher Zukunft zur Science City ausgebaut wird, nimmt das Gebäude die Besucher mit seiner Offenheit, Transparenz und hohen Aufenthaltsqualität in Empfang und soll sie neugierig machen auf die vielfältigen Aktivitäten der Universität. Die markante Sichtbeton-konstruktion mit weit auskragenden Dachflächen bildet hier den verbindenden Charakter des gemeinsamen experimentellen Arbeitens unter einem Dach ab. Im Außenbereich werden diese Dachflächen spielerisch getragen von tänzelnden Stützen, die in die vom Untergrund abgelöste Bodenplatte eintauchen und dem Gebäude so eine leichte, schwebende Anmutung geben. Auf diesem schwebenden Sockel lässt es sich wunderbar sitzen, entspannen und miteinander ins Gespräch kommen. Zwischen diesen beiden massiven Elementen erstreckt sich eine raumho-he Glasfassade als „immaterielles Hüllband". Außen- und Innenraum werden so transparent miteinander verwoben und interessante Aus- und Einblicke und Spiegelungen der umgebenden Natur entstehen.

Eine Meisterleistung ist für mich bei diesem Projekt das hier kongenial umgesetzte Umbauen und Integrieren zweier sogenannter „unzertrennlicher Kiefern" als zentralen Figuren des Außen-raums. Wie auf einer Bühne geben sie mit ihrem Leben und Wachsen auch dem Licht und sei-ner Energie einen Körper, der sich in Raum und Zeit verändert, wie alles Lebendige. Gleichzeitig veranschaulicht diese hingebungsvolle bauliche Geste, die von allen Baubeteiligten mit großer Sorgfalt und Wertschätzung umgesetzt wurde, den Respekt vor der Natur und die Wichtigkeit diese wann, wenn nicht JETZT an erste Stelle zu setzen.

Hier seien insbesondere die Mitarbeiter der Rohbaufirma genannt, die um die raumgreifenden Kiefern im wahrsten Sinne des Wortes „herumbetoniert" haben.

Ich bedanke mich stellvertretend für den AIV Hamburg bei allen Baubeteiligten für diese großar-tige Geste und das wundervolle Gebäude, das hoffentlich vielen jungen Menschen experimen-telle Geistesblitze schenkt, ihren Schul- und Unialltag verschönern wird und uns allen zu neuen Erkenntnissen auf dem Weg in die Zukunft verhilft.

Fiona Krauß
Im November 2021


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