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Bauwerk des Jahres 2019

Hamburg River Promenade

 
Projekt:
Hochwasserschutzanlagen I Niederhafen/Johannisbollwerk/Vorsetzen/Baumwall/Binnenhafen/Schaartor
Bauherr:
Freie und Hansestadt Hamburg I Landesbetrieb Straßen Brücken und Gewässer
Architekt:
Zaha Hadid Architects, Hamburg
Tragwerksplanung:
Objekt- und Tragwerksplanung: Grassl Beratende Ingenieure Bauwesen (Niederhafen/Johannisbollwerk/Vorsetzen/Baumwall); Obermayer Planen + Beraten GmbH; Knabe Beratende Ingenieure GmbH (Binnenhafen/Schaartor)
 
LAUDATIO

Hamburg hat sich etwas Besonderes geleistet: eine hoch attraktive Promenade mit einer Länge von 625 m am Hafen, gleichzeitig eine Parkpalette und gewerblich nutzbare Räume und vor allem eine Hochwasserschutzwand, die ihresgleichen sucht.
Dieses Bauwerk ist ein Meisterstück der Architektur und der Ingenieurbaukunst.
Die Komplexität der zu berücksichtigenden Zwänge und Bindungen, wie zahlreiche quer laufende Leitungen, Düker, Bunker, Baumwall-Sperrwerk, Alster, die Pfahlgründung etc. des im kritischen Randbereich der Elbe errichteten Bauwerkes war extrem hoch. Dies alles ist in Gestalt einer großzügigen, spielerisch leichten und bewegten Architektur mit sensationellen Ausblicken, die das Hafenpanorama bietet, gefasst.
Zaha Hadids Entwurf ist eine Barriere ohne Barrierecharakter. Die fließend eingezogenen Treppenanlagen verbinden ganz natürlich die Straßenseite am Baumwall mit der breiten Promenade und die Schutzmauer auf der Wasserseite mit den Pontons. Das Wechselspiel der Treppen, der geneigten Flächen und Ebenen mutet auf der Wasserseite wie Zuschauertribünen mit Aussicht auf das Hafenpanorama, an. Durch die von der Natur inspirierte Formensprache, wie sie sich auch im Restaurantgebäude am Baumwall konsequent fortsetzt, ist hier ein besonderer Ort entstanden, maßstäblich für das städtische Umfeld und mit hoher Aufenthaltsqualität.
Die funktionalen, fein ausgearbeiteten Details ordnen sich einer Gesamtform des Bauwerkes unter. Diese sind individuell geformte Komponenten einer einheitlichen Formensprache, welche von den Ingenieuren hervorragender Weise aufgenommen und fachkundig umgesetzt worden ist.
Und hierin liegt etwas Besonderes und das Verdienst der Bauherrin, der Freien und Hansestadt Hamburg, die in einer Zeit der überbewerteten rechten Winkel etwas Neues, sehr Altes, im Dienste der Funktion möglich gemacht hat: die Freie Form.

Marion Neumann und Nils Roderjan
Hamburg, im Oktober 2020


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